Patmos: Ruhig, entspannt und freundlich
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Patmos ist eine unberührte griechische Insel, auf der man am frühen Morgen das Gurren der Tauben hört, mit dem Krähen eines Hahnes in den Tag startet und beim Gezwitscher der Spatzen die Freuden des Lebens genießt. Ich liebe einfach alles an der Insel – die Ruhe, Entspanntheit, die Gastfreundlichkeit der Menschen, die Natur und ihre Geschmäcker… Was erwartet man mehr von einem Urlaub?

-Ufuk Kaan Altin

Patmos ist einer dieser Inseln, die einen mit Freude erfüllen. Man weckt mit dem Gurren der Tauben, Hahnenkrähen und einer Sinfonie zwitschernder Spatzen auf. Es ist einer dieser Insel mit vielen grünen Flächen. Die Natur ist unberührt und das Leben läuft gemächlich, wie auf vielen anderen Inseln. Patmos ist ein religiöses Zentrum mit Klöstern, die einen Besuch wert sind. Die Insel hat aber auch für den Gaumen viele Köstlichkeiten zu bieten. Beginnen wir die Tour mit einem Aufstieg auf einen kleinen Hügel zur Chora, dem historischen Zentrum der Insel. Chora wurde 2006 in die UNESCO-Welterbe-Liste aufgenommen.

Geschlossen!

Ich habe mich hier her auf den Weg gemacht, um im Pantheon-Fischrestaurant ein leckeres Essen zu mir zu nehmen. Aber was ist denn hier los? Das Restaurant ist geschlossen, als ich gegen 16 Uhr hier eintreffe. Es ist noch nicht geöffnet! Was für eine Enttäuschung. Aber ich schlendere einfach durch die Straßen der Chora. Ich mache Bilder der weiß-blauen Häuser, der Klöster und der Windmühlen, die in man in der Ferne sieht. Ich laufe etwa eine Stunde umher und als ich zum ersten Mal wieder an dem Restaurant vorbeikomme, sehe ich zum Glück einen großen Kerl, der den Boden des kleinen Gartens saubermacht. „Haben Sie geöffnet?“, frage ich. Er bittet mich herein und wir stellen uns vor. Der Mann ist niemand Geringeres als Yannis, der Besitzer des Pantheon. Sein Vater Vasilis Simadiris eröffnete dieses kleine, gemütliche Restaurant in den 1960ern. Yannis arbeitet hier schon seit seiner Kindheit. Seit Vasilis vor 2 Jahren ausgewandert ist, führt Yannis das Restaurant zusammen mit seiner Frau. Ihre beiden Kinder im Alter von 18 und 16 Jahren helfen ihnen in der Hochsaison – Sie sehen also, das Restaurant ist ein richtiges Familienunternehmen.

Saganaki, frittierte Tintenfischringe und…

Ich habe Hunger, doch die Zeit ist knapp. Also bestelle ich etwas zu Essen, während wir plaudern. Zur Vorspeise entscheide ich mich für einen Rucola-Tomatensalat und frittierten Käse (Saganaki), und dazu für ein Glas 20 cl Rakı. Das Saganaki ist goldgelb frittiert und schmeckt hervorragend. Der Rucola und die Tomaten sind auch überaus frisch. Dazu probierte ich die frittierten Tintenfischringe. Yannis hat diese nur leicht frittiert. Sie waren außen knusprig und schön saftig im Inneren. Ich wünschte, sie würden sie zuhause auch genauso zubereiten. Es ist schwierig, in der Türkei frischen Tintenfisch zu finden.

Der Fisch riecht wie das Meer

„Welchen Fisch habt Ihr da?“, frage ich. An diesem Abend hatte das Restaurant Schwertfisch und Brandbrasse, ein Fisch mit vielen Gräten. Ich entschied mich für den Schwertfisch und war froh über diese Entscheidung. Yannis grillte die zwei großen Filets und servierte als Beilage blanchierten Blattspinat. Der Fisch riecht genau wie das Meer – frisch und köstlich – und ist außerdem schön saftig. In Sekundenschnelle hatte ich alles heruntergeschlungen.

Das Essen war damit abgeschlossen, unsere Unterhaltung ging jedoch weiter. Am Nebentisch sitzt einer von Yannis' Freunden. Er war aufgrund seiner Arbeit auf Schiffen schon häufig in Istanbul. Er will mich gar nicht gehen lassen, aber wie schon gesagt, ich hatte nicht viel Zeit. Widerwillig verlasse ich das Restaurant also.

Für die hervorragenden Speisen zahlte ich 48 € inklusive Rakı.   

Eine andere Erfahrung

Als nächstes möchte ich eine andere Erfahrung machen. Ich werde mir den Sonnenuntergang im Restaurant Benetos in Sapsilla, einer Gegend in der Nähe des Hafens, ansehen. Ich spreche von „einer anderen Erfahrung“, da das Benetos ein Restaurant mit gehobener Küche ist, eine Rarität auf den Inseln. Außer montags servieren Sie nur abends Essen.

Ich setze mich also in den großen Garten. Der aufmerksame Kellner will sofort meine Bestellung aufnehmen. Ich bitte um die Speisekarte, die nett gestaltet und übersichtlich ist. Die Tagesspezialität ist Seeigel. Die Seeigel, die auf einem großen Teller serviert werden, sind köstlich. Dazu wird frisch gebackenes, hausgemachtes Brot gereicht. Das Olivenöl, das auf dem Tisch steht, wird auch vom Restaurant selbst hergestellt. Die meisten Früchte und Gemüsesorten, die für die Zubereitung der Gerichte verwendet werden, stammen aus dem eigenen Garten.

Was wir nicht für die Liebe tun…

Außerdem bestelle ich ein Meeresfrüchte-Risotto mit schwarzem Sepia. Das Risotto enthält MuschelnTintenfische und Garnelen. Der Reis ist fest und al dente – ein hervorragend gelungenes Gericht.

Mir fällt eine stilvolle Dame in ihren Mitt- bis Endvierzigern auf. Sie unterhält sich mit den Leuten am Nebentisch und ich lausche ihrem Gespräch. Susan, eine amerikanische Künstlerin, besuchte die Insel erstmals vor 22 Jahren. Sie verliebte sich in Patmos, und dann in Benetos, ihren zukünftigen Ehemann. Innerhalb eines Jahres kam sie zurück und blieb hier. Susan ist jetzt eine echte Inselbewohnerin. Ihr Ehemann ist für die Küche verantwortlich und sie hilft im Service und Management. Sie begrüßt die Gäste jeden Abend und unterhält sich mit ihnen.

Susan verabschiedet sich am anderen Tisch und kommt zu mir herüber. Scheinbar habe ich ihr Interesse geweckt, als ich Bilder vom Essen gemacht habe. Sie erkundigt sich, wie es mir geht und ob ich das Essen mag. Ich erzähle ihr, was ich oben geschrieben habe, worüber sie sich sehr freut. Sie lässt mich nicht gehen, ohne die Desserts zu kosten. Wie meine Freunde wissen, habe ich für Süßes nicht allzu viel übrig, doch ich möchte nicht unhöflich sein. Von der Dessertkarte sagt mir das Zitronensorbet am meisten zu. Zuerst werden separat schwarze Maulbeeren serviert, die auch aus dem eigenen Garten kommen. Dann folgt das Sorbet. Es ist kühl und erfrischend, nur wünschte ich, es wäre nicht so süß. Wie aber bereits erwähnt bin ich kein großer Fan von Nachspeisen, daher muss meine Meinung mit Vorsicht genossen werden.

Am Ende dieses wunderschönen Abends zahle ich 56 € für Essen und Getränke.

Ich habe Patmos geliebt. Die Ruhe, Entspanntheit, die Gastfreundlichkeit der Menschen, die Natur und ihre Geschmäcker… Was erwartet man mehr von einem Urlaub? Ich hoffe, auch Sie können diese Freuden eines Tages erleben.

Pantheon:

Adresse: Chora, Patmos

Tel.: 00 30 22470 31226

Benetos

Adresse: Sapsila, Patmos

Tel.: 00 30 22470 33089

www.benetosrestaurant.com

 

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